Regeln fürs Krankmelden

 

Bei Krankheit droht das Jobende: Jeder vierte Fall im AK-Arbeitsrecht handelt davon. Hier gibt es wichtige Tipps, wie man „richtig“ krank wird.


Logo„Jeder vierte Arbeitsrechtsfall dreht sich um die Auflösung eines Dienstverhältnisses während des Krankenstandes“, berichtet der Leiter der Abteilung Arbeitsrecht, Dr. Wolfgang Nagelschmied.

 

Tatsächlich passiert es immer öfter, dass Unternehmer MitarbeiterInnen während des Krankenstandes einfach die Papiere zuschicken.

Hier einige wichtige Hinweise, die sowohl für das Arbeiter- wie auch für das Angestelltenverhältnis gelten.

  • Wenn Sie krank sind, verständigen Sie Ihren Dienstgeber unverzüglich davon. Es ist ein Irrtum, dass man für die Krankmeldung drei Tage Zeit hätte. Achten Sie darauf, dass Sie sich an der richtigen Stelle im Betrieb krankmelden, also möglichst beim unmittelbaren Vorgesetzten und nicht etwa beim Portier oder bei Kollegen. Wenn Sie anrufen, sorgen Sie dafür, dass Sie Zeugen für das Telefonat haben; noch besser ist ein Dokument (Fax oder Telegramm), das Sie im Streitfall vorweisen können. Sollte es nämlich zum Streit kommen und der Arbeitgeber weist Ihnen nach, dass Sie sich nicht krankgemeldet haben, trifft Sie ein Mitverschulden an der Auflösung des Dienstverhältnisses. Bei Nichtmelden ruht der Krankenentgelt-Anspruch.
  • Gehen Sie am selben Tag zum Arzt, oder bitten Sie um einen Hausbesuch. Es ist für Ärzte immer problematisch, rückwirkend krankzuschreiben. Sollte die Krankenstandsbestätigung angezweifelt werden, kann der Arzt auch zu Gericht geladen werden.
  • Ihr Verhalten während des Krankenstandes darf den Heilungsprozess nicht beeinträchtigen. Es ist zwar erlaubt, sich die nötigsten Lebensmittel zu besorgen, zum Spaß shoppen gehen aber nicht. Verstärkt kontrollieren Arbeitgeber auch selbst oder setzen Detektive ein.

  • Sollten Sie nicht an Ihrer Wohnadresse erreichbar sein, etwa weil jemand anderer Sie pflegt, geben Sie auch das bekannt.
  • Falls es Ihnen passiert, dass Ihnen während des Krankenstandes Ihre Papiere zugeschickt werden: Finden Sie sich, sobald Sie gesund sind, pünktlich zu Dienstbeginn arbeitsbereit an Ihrem Arbeitsplatz ein.

  • Und schließlich: Nehmen Sie sofort mit der AK Kontakt auf! Wenn Sie nämlich trotzdem im Unternehmen bleiben und eine Kündigung anfechten wollen, ist ab Ausspruch der Kündigung nur eine Woche Zeit dafür.

 

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